Raum II · Wirtschaftsreformen

Die Reformen: Sozialistische Marktwirtschaft

Ab 1978 öffnete China seine Wirtschaft schrittweise — mit historisch beispiellosem Wachstum als Ergebnis.

~10 %

jährliches BIP-Wachstum
Ø 1978–2000

800 Mio.

Menschen aus extremer
Armut befreit 1978–2015

4

erste Sonderwirtschaftszonen
ab 1980 (SEZs)

1978

III. Plenum · Beginn des
historischen Reformkurses

Video · Dokumentarclip

Exponat 2.1 · Filmdokument

Shenzhen: Von der Fischerstadt zur Megacity

1979 lebten in Shenzhen rund 30.000 Menschen. Heute sind es 17 Millionen. Als erste Sonderwirtschaftszone (SEZ) wurde Shenzhen zum Symbol von Dengs Öffnungspolitik.

Karte der chinesischen Sonderwirtschaftszonen
© Wikimedia Commons · CC BY-SA

Exponat 2.2 · Karte

Die vier ersten SEZs (1980)

Shenzhen, Zhuhai, Shantou und Xiamen: geografisch bewusst an der Küste platziert, nahe Hongkong und Taiwan. Ziel: maximaler Kapitalzufluss bei minimaler ideologischer Gefährdung des Hinterlandes.

Exponat 2.3 · Schlüsselkonzept

Was bedeutet „sozialistische Marktwirtschaft"?

Das Konzept verbindet zwei scheinbar unvereinbare Systeme:

Marktmechanismen — Preise, Wettbewerb und privates Kapital werden zugelassen. Ausländische Direktinvestitionen sind willkommen.

Staatliche Kontrolle — Schlüsselindustrien (Energie, Banken, Medien), Bodenrecht und politische Macht bleiben in Händen der KPCh.

Deng nannte dies: „Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten." Es bricht mit sowjetischer Zentralplanung, bleibt aber strikt antidemokratisch.

Shenzhen Skyline
© Wikimedia Commons · CC BY

Exponat 2.4 · Fotografie

Das neue China: Shenzhen

Die Skyline Shenzhens steht für Dengs Wirtschaftswunder — von der Kleinstadt zum globalen Technologiezentrum innerhalb einer Generation.

"

Lasst einige zuerst reich werden — dann werden sie die anderen mitziehen.

— Deng Xiaoping · Kernprinzip der Öffnungspolitik — und gleichzeitig ein Eingeständnis: Ungleichheit war einkalkuliert, keine Nebenwirkung