Raum I · Biografie

Wer war Deng Xiaoping?

Deng Xiaoping
Steckbrief · Deng Xiaoping 邓小平
* 22. August 1904 · † 19. Februar 1997
Geburtsort
Guang'an, Sichuan
Volksrepublik China
Körpergröße
1,57 m
„Der kleine Steuermann"
Partei
KPCh
Mitglied seit 1924
An der Macht
1978 – 1992
inoffiziell bis 1997
Politischer Werdegang
  • 1920: Arbeitsstudium in Frankreich
  • 1924: Eintritt in die KPCh
  • 1949: Generalsekretär der KPCh
  • 1966: Entmachtet (Kulturrevolution)
  • 1978: Machtübernahme nach Maos Tod
  • 1989: Tiananmen-Befehl
  • 1992: Letzte öffentliche Rede (Nanxun)
Wichtigste Reformen
  • Vier Modernisierungen (1978)
  • Erste Sonderwirtschaftszonen (1980)
  • Privatunternehmen legalisiert (1987)
  • Öffnung für Auslandsinvestitionen
  • Abkehr von Zentralplanung
  • „Ein Land, zwei Systeme" (HK)
Persönlichkeit & Stil
  • Pragmatiker, kein Ideologe
  • Dreimal entmachtet, dreimal zurück
  • Leidenschaftlicher Bridgespieler
  • Starker Raucher (bis ins hohe Alter)
  • Kaum Interviews, keine Memoiren
  • Löste den Personenkult um Mao auf

Exponat 1.3 · Analyse

Drei Leben, ein Mann

Deng Xiaoping war keiner der lauten Revolutionäre. Er schrieb keine Manifeste, hielt keine Massenreden. Er war Pragmatiker, einer der wenigen in der Geschichte der KPCh, der Ideologie offen dem Ergebnis unterordnete.

Dreimal verlor er die Macht unter Mao: 1933, 1966 und 1976. Dreimal kehrte er zurück. Sein Sohn wurde von Roten Garden aus einem Fenster geworfen und querschnittsgelähmt, dennoch ließ sich Deng nicht brechen. Nach Maos Tod 1976 ergriff er mit 74 Jahren seine letzte Chance.

Anders als Mao, der China durch ideologische Reinheit führen wollte, sah Deng die Wirtschaft als Mittel zur Macht. Er schickte Delegationen nach Europa, ließ sich von kapitalistischen Methoden inspirieren und nannte das trotzdem Sozialismus. Sein Erbe: ein China, das er 1978 kaum erkennbar verändert hat, mit Fragen, die bis heute offen sind.

entmachtet
92
Jahre alt
1,57 m
Körpergröße
~19 J.
an der Macht

Schlüsselmomente

1920 Arbeitsstudium in Frankreich, erste Berührung mit dem Kommunismus
1966 Zweite Entmachtung durch Mao, öffentliche Demütigung während der Kulturrevolution
1978 III. Plenum: Reformkurs eingeleitet, Beginn der Öffnungspolitik
1989 Befehl zum Militäreinsatz auf dem Tiananmen-Platz
1992 Südreise: Reformen trotz Widerstand innerhalb der Partei weitergeführt

Exponat 1.2 · Video

Biografie im Überblick

Von der Kulturrevolution bis zur Machtübernahme 1978.

Exponat 1.6 · Dokumentation · Financial Times

Deng Xiaoping, Das Vermächtnis

Die Financial Times analysiert Dengs historische Wie ein pragmatischer Revolutionär China zur Weltmacht machte und welche Widersprüche sein Modell bis heute prägen.

"

Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist, solange sie Mäuse fängt, ist es eine gute Katze.

— Deng Xiaoping — ca. 1962 · Kernthese seiner pragmatischen Wirtschaftspolitik: Ideologie dem Ergebnis unterordnet

Deng Xiaoping als junger Revolutionär
© Archivfoto · Gemeinfrei

Exponat 1.4 · Fotografie

Der junge Revolutionär

Deng Xiaoping als junger Mann, vor dem Hintergrund der chinesischen Flagge und der Moskauer Skyline. Seine frühen Jahre waren geprägt von Reisen, Ideologie und dem Kampf um Chinas Zukunft.

Deng Xiaoping bei den Vereinten Nationen
© Archivfoto · Gemeinfrei

Exponat 1.5 · Fotografie

Deng auf der Weltbühne

Deng Xiaoping am Rednerpult der Vereinten Nationen. Als einer der wenigen chinesischen Führer seiner Generation präsentierte er China aktiv auf der internationalen Bühne, ein Signal des Wandels.

Interaktiver Zeitstrahl, China & Deng 1904–1997

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1904
Geburt
1911
Kaiserzeit
1920
Frankreich
1937
Krieg
1949
VR China
1958
Gr. Sprung
1966
Kulturrev.
1976
Mao †
1978
Reformen
1980
SEZs
1985
Gorb./UdSSR
1987
Privatuntern.
1989
Tiananmen
1991
UdSSR †
1992
Südreise
1997
Dengs Tod

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